Einmal im Jahr laden Gartenbesitzer am Tag der offenen Gartentür dazu ein, ihre privaten Gartenparadiese zu besichtigen. Deshalb fuhren wir am Sonntag, den 25.06.17 nach Umpfenbach zur Familie Drecker, wo ein früherer Arbeitskollege meiner Frau seine Gartentüre öffnete. Nach der Besichtigung des wunderschönen Gartens wollten wir gerade wieder gehen, als andere Besucher riefen: "Da ist gerade ein Jungvogel aus dem Nest gefallen!". Der erste Anblick des kleinen Piepmatzes war wenig ermutigend. Ein nacktes und noch blindes Vogelküken war aus etwa fünf Metern Höhe vom Nest unterm Dach auf eine Holzdiele geknallt und zuckte nur noch wenig vor sich hin. Ich nahm es in die Hand und konnte erstaunt feststellen, dass es wie durch ein Wunder zumindest äußerlich nicht verletzt war und noch um sein Leben kämpfte. Auch wenn es nahezu aussichtslos erschien entschlossen wir uns einen Versuch zu unternehmen um das kleine Kerlchen aufzupäppeln und nahmen es mit nach Hause.






25.06.17:
Ein erstes Foto von unserem kleinen Findling. Er ist wirklich noch sehr klein und bemitleidenswert. Wir vermuten, dass er ein maximal vier Tage altes Spatzenküken ist.


25.06.17:
Da das Küken noch fast völlig nackt ist braucht es unbedingt ein warmes Zuhause. Also waren wir kreativ und bauten ihm ein etwas ungewöhnliches Nest. Von außen nach innen verwendeten wir eine Edelstahlschüssel, die die Wärme speichert, die ein mehrmals täglich und anfangs auch nachts in der Mikrowelle aufgewärmtes Kirschkernkissen liefert. Eine Plastikschüssel leitet die Wärme in Maßen an eine kleine zu einem Nest geformte Babywindel weiter. In die Windel haben wir einen Wollstumpf gelegt und darüber Kosmetik- und Taschentücher, die aus hygienischen Gründen regelmäßig ausgetauscht werden. Zu guter Letzt legten wir noch ein kleines quadratisches Stück eines alten Wollstrumpfes ins Nest, unter das sich unser Küken kuscheln kann wenn ihm doch mal kalt werden sollte.



25.06.17:
Unser modernes Spatzennest von oben betrachtet.

Die nächste Herausforderung war die Frage nach der richtigen Nahrung für unser Küken. Mit Wasser aufgeweichte Haferflocken konnten auf Dauer keine Lösung sein. Auf Nachfrage stellte uns das "Tierheim in Wertheim" spontan tiefgefrorene Heimchen, etwas Eifutter und Vitaminpulver Korvimin zur Verfügung. Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal an Frau Eggerer für die schnelle Hilfe! Gleichzeitig bestellte ich lebende Buffalowürmer in einem Freßnapf-Markt.

26.06.17:
Die erste Hürde ist genommen: Unser kleiner Spatz hat die erste Nacht nach seinem Sturz überlebt!
Er bekommt heute alle 30 Minuten ein kleines Heimchen (Größe ca. 1 cm). Damit er es besser schlucken und verdauen kann halbieren wir das Heimchen und schneiden den harten Teil des Kopfes weg. Das klingt brutal, aber das Heimchen war ja tiefgefroren und längst tot.
27.06.17:
Unserem Zögling geht es erstaunlich gut. Er entwickelt einen großen Appetit und sperrt inzwischen häufig. Ein wenig Hoffnung macht sich breit!
28.06.17:
Um regelmäßig Futter zu bekommen musste unser kleiner Spatz heute mehr als den halben Tag im Büro verbringen. Außerdem durfte er zum ersten Mal im Auto mitfahren. Für seine jungen Tage hat er schon ganz schön viel erlebt! 😊




29.06.17:
Es geht voran! Die Flügel- und Schwanzfedern unseres kleinen Spatzes wachsen sichtbar und langsam öffnen sich auch seine Augen. Er ist sehr lebendig und ruft den ganzen Tag nach Futter. Wir haben seine Futterration erhöht. Er bekommt jetzt alle 45 Minuten drei halbierte kleine Heimchen und zwischendurch hin und wieder ein paar Buffalos. Mit dem Kirschkernkissen sorgen wir weiterhin für ausreichend Wärme.




30.06.17:
Auch die Stimme unseres kleinen Piepmatzes hat sich entwickelt. Inzwischen ist er nicht mehr zu überhören. Den ganzen Tag über können wir uns nun über eine endlose Folge von „Tschilp“-Rufen freuen.
Ein Name muss her für unseren kleinen Schreihals. In Anlehnung an Sascha Grammel nennen wir ihn ab sofort "Prinz Furchensumpf" oder kurz einfach nur "Furchi". 😉




01.07.17:
Angeblich sollen Spatzenküken immer sperren, egal ob sie hungrig sind oder nicht. Unser kleiner Furchi ist der Beweis dafür. Er bekommt nie genug und möchte immer mehr an Nahrung - und genau das macht seine Fütterung ein wenig schwierig. Denn natürlich wollen wir ihn ausreichend und gut ernähren, er soll aber auch nicht gemästet werden. Wir versuchen ihn nach wie vor im 45-Minuten-Rhythmus zu füttern und geben ihm nun abhängig von ihrer Größe bis zu sechs kleine Heimchen. Zwischendurch bekommt er weiterhin einige Buffalos. Ab morgen werden wir einmal am Tag ein Futtertier mit einer winzigen Menge Vitaminpulver Korvimin benetzen.

02.07.17:
"Habe ich mich in einer Woche nicht prächtig entwickelt?"
03.07.17:
Furchi verblüfft uns! In der kurzen Videosequenz vom 01.07. ist zu sehen, dass unser kleiner Spatz auf den Kosmetiktüchern mit seinen Füßen nicht richtig halt findet wenn er sich nach Futter streckt. Es ist aber wichtig, dass er seine Zehenmuskulatur trainieren kann, weil er sonst fehlgestellte oder im schlimmsten Fall sogar verkrüppelte Füße bekommen könnte. Deshalb haben wir die Einmaltücher gegen ein griffigeres Mikrofasertuch ausgetauscht. Allerdings hatten wir dabei zunächst hygienische Bedenken. Doch Furchi hat uns eines Besseren belehrt: Er hat gestern den ganzen Tag nicht ein einziges Mal Kot in seinem künstlichen Nest abgesetzt! Stattdessen wartet er nach jeder Fütterung bis wir ihn kurz aus seinem Nest nehmen und auf ein Papiertuch setzen. Und dann dauert es meistens nicht einmal fünf Sekunden bis der Kot da ist! 😊




04.07.17:
"Auf der Hand sitze ich gerne, da ist es sooo schön warm!"
Furchi hat längst unsere Herzen erobert. Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass er sich nicht zu sehr an uns gewöhnt. Schließlich soll er irgendwann ein ganz normales Spatzenleben führen können - in Freiheit und mit seinen Artgenossen!

05.07.17:
Raubtierfütterung! 😉
06.07.17:
Seit gestern wird Furchi nur noch stündlich gefüttert. Neben aufgetauten Heimchen und frischen Buffalowürmchen erhält er nun auch einzelne üppige Bienenmaden. Die winzige Menge an Korvimin haben wir auf jeden zweiten Tag reduziert. Dafür bekommt Furchi jetzt täglich durch ein mit Sepiaschalen-Pulver bestreutes Futtertier etwas Kalk verabreicht.
07.07.17:
Heute Morgen putzte sich Furchi das erste Mal intensiv. Wurde aber auch Zeit, immerhin hat er inzwischen ein dichtes Federkleid! Die Koordination seiner Füßchen fällt ihm noch sichtbar schwer. Wir hoffen sehr, dass dies mit seinem jungen Alter begründet ist und dass wir eine mögliche Folge seines Sturzes bald ausschließen können!



08.07.17:
Furchi heute Abend kurz vor dem Schlafengehen. Er sieht jetzt schon wie ein richtiger Spatz aus! Inzwischen wiegt er 23 Gramm. Seine Augen leuchten und sind klar - es geht ihm gut! Und jeden Tag entwickelt er sich weiter. Intensiv putzen ist seit gestern seine Lieblingsbeschäftigung. Heute machte er bereits mehrfach Flugübungen, in dem er sitzend heftig mit seinen Flügeln schlug. Als nächstes sollte er dann seine Beinchen und Füßchen trainieren. Da er sie beidseitig ohne Einschränkung beim Kopf kratzen oder beim Ausstrecken seiner Flügel gebrauchen kann sind wir wieder zuversichtlicher, dass sie bei seinem Sturz aus dem Nest keinen Schaden genommen haben.


10.07.17:
Furchi treibt uns in den Wahnsinn: Wir kommen nicht mehr zum Schlafen, wir kommen nicht mehr zum Arbeiten, alles bleibt stehen und liegen. Da Furchi scheinbar meinte er würde uns nicht schon genug beschäftigen begann er in den letzten Tagen zunehmend seine Hauptmahlzeit, die aufgetauten Heimchen zu verweigern. Prompt hatte er 2 Gramm abgenommen, was für so einen kleinen Kerl wie Furchi schon eine ganze Menge ist. Also blieb uns heute nichts anderes übrig als eine Kotprobe auf Kokizidien und andere Parasiten untersuchen zu lassen. Glücklicherweise war der Befund negativ. Als wir Furchi daraufhin drohten ihn in eine Auffangstation zu bringen, wo er in eine enge Aufzuchtbox gesteckt worden wäre, weil er noch nicht selbständig Nahrung zu sich nimmt, besann er sich eines Besseren und sperrte wieder willig nach den Heimchen und den Buffalos. 😉


11.07.17:
Heute unternahm Furchi die ersten zaghaften Flugversuche. Seine Flugkünste sind zwar noch überschaubar, aber ein Anfang ist gemacht. Außerdem hat Furchi heute zum ersten Mal gemahlene Hirse und frischen grünen Salat probiert.
12.07.17:
Gefiederpflege ist wichtig - und gar nicht so einfach auf dem dünnen Rand der Plastikwanne eines alten Kaninchenkäfigs.
13.07.17:
Furchi lehnt mal wieder die aufgetauten Heimchen ab. Immerhin frisst er dafür aber seit heute selbständig Buffalowürmchen. Auch von der gemahlenen Hirse pickt er immmer wieder eine kleine Menge auf.

14.07.17:
Furchi büchst aus! Damit sich Furchi langsam an seine neue Umgebung im Freien gewöhnen kann stellen wir ihn immer häufiger in einem Käfig auf die Terrasse. Durch sehr zutrauliche Blaumeisen, junge Rotschwänzchen und rufende Spatzen animiert zeigte er uns an, dass er gerne mal den Käfig verlassen würde. Da er drinnen im Haus bisher nie weiter als zwei Meter geflogen ist taten wir ihm den Gefallen und öffneten den Käfig. Und was macht unser kleiner Kerl: Er setzt an und fliegt nicht etwa, wie sonst üblich, auf meine Hand oder meine Schulter, sondern auf direktem Weg sieben, acht Meter weit auf unsere große Eiche. Oh Schreck! Wenn er sich jetzt verfliegt bekommt Furchi ein großes Problem, weil er noch nicht selbständig fressen kann. Gott sei Dank konnte ich ihn mit einer Leiter gerade noch so erreichen und wieder nach unten holen. Schreck lass nach! Dieses kleine Experiment werden wir so schnell nicht mehr wiederholen! Später war wohl auch Furchi froh, dass er wieder seinen Lieblingsort aufsuchen konnte und sich in meinen Nacken kuscheln durfte.

15.07.17:
Wer waren denn nun die "Übeltäter", die Furchi gestern zu seinem ungeplanten Ausflug "angestiftet" hatten? Da war zum ersten Strubbelinchen, eine süße Blaumeise, die mich seit fast drei Jahren mit Unterbrechungen während der Brutzeit immer wieder besucht. Sie ist recht gemütlich, gegenüber ihren Artgenossen aber sehr zurückhaltend, ja fast schon ängstlich. Am liebsten mag sie kleine Nussstückchen. Auch die jungen Rotschwänzchen haben Furchi mit ihren krächzenden Rufen mächtig angestachelt. Sie lieben Buffalos! In wenigen Tagen wurden sie sehr zutraulich. Der Dritte im Bunde war Kleiner Held, eine zweite handzahme Blaumeise. Kleiner Held ist aber ganz anders als Strubbelinchen. Immer auf Achse und sehr dominant! Er mag Buffalos und Nussstückchen. Ein stolzes Männchen, das keine Gelegenheit auslässt seine gelbe Brust den Blaumeisenmädchen zu präsentieren. Zu guter Letzt und vielleicht sogar entscheidend waren Furchis Artgenossen, die man im letzten Teil der Videosequenz im Hintergrund deutlich hören kann.




16.07.17:
Furchi geht es gut! Heute hat er zum ersten Mal gebadet. Damit er sich nicht noch mehr an uns gewöhnt werden wir morgen mit seiner Auswilderung beginnen. Er darf dann den ganzen Tag in einer kleinen Voliere im Freien verbringen und wird dabei hoffentlich auch weiter daran üben selbständig Nahrung aufzunehmen. Nachts werden wir ihn aber zunächst noch reinholen.

17.07.17:
Furchi hat den ersten Tag in seinem neuen Zuhause verbracht. Es scheint ihm zu gefallen.
18.07.17:
Unser kleiner frecher Spatz ist ganz schön verwöhnt. Obwohl er jetzt schon häufig Körnchen kaut und Salat, Apfel und halbreife Samen von Wild- und Wiesenkräutern zu sich nehmen kann geht er sofort in Bettelstellung wenn wir in seine Nähe kommen. Bieten wir ihm dann Heimchen an hat er seinen Hunger häufig ganz schnell wieder vergessen und wendet sich ab. Bekommt er dagegen Buffalos oder Wachsmottenlarven serviert kann er seinen Schnabel nicht voll genug bekommen.
19.07.17:
Furchi hat zum ersten Mal nachts "auswärts" in der Voliere geschlafen. Heute morgen war er ausgeruht und munter. Ganz anders als sein Pflegevater, der gegen drei Uhr in der Nacht in den Garten ging und kontrollierte ob alles in Ordnung ist beim süßen kleinen Piepmatz.

20.07.17:
Rein optisch wird Furchi langsam erwachsen. Doch er ist nach wie vor sehr zutraulich und anhänglich und bettelt um seine regelmäßige Handfütterung. Etwa eine Woche wird Furchi noch in der Voliere verbringen, dann werden wir das Türchen öffnen...
21.07.17:
Zum Ausruhen stellt sich Furchi inzwischen sehr geschickt auf ein Beinchen. Das machen viele Vögel so, auch wenn es hohe Anforderungen an das Halten des Gleichgewichts stellt. Damit haben sich unsere anfänglichen Befürchtungen, dass Furchis Beinchen bei seinem Sturz Schaden genommen haben könnten, endgültig zerschlagen.
22.07.17:
Um Furchi vor einem heftigen nächtlichen Gewitter mit Starkregen und Hagel zu schützen durfte er die Nacht im Haus verbringen. Heute morgen ging es dann aber ganz schnell wieder nach draußen.

23.07.17:
Zwischendurch muss auch mal ein kurzes Nickerchen erlaubt sein. Doch ganz schließt Furchi seine Augen nicht, schließlich gilt es immer auf der Hut zu sein. Überhaupt ist Furchi deutlich aufmerksamer geworden seit er draußen in der Voliere auf seine Freiheit vorbereitet wird.

24.07.17:
Furchi ist so weit, er möchte fliegen! Das zeigt er uns immer häufiger, indem er unruhig und wild in der Voliere hin und her flattert. Dummerweise sind bei uns aber gerade wieder Turmfalken mit ihren Jungen unterwegs. Gestern Mittag saß ein Jungvogel auf unserem Dach, gestern Abend einer sogar auf unserem Balkon. Junge Turmfalken werden nach dem Verlassen des Nestes noch etwa vier Wochen lang von ihren Eltern begleitet und gefüttert, danach suchen sie sich ein eigenes Revier. Wir hoffen, dass dies bald der Fall ist, denn Turmfalken ernähren sich zwar hauptsächlich von Mäusen, aber auch Singvögel verschmähen sie nicht!


25.07.17:
Furchi absolviert seine ersten Freiflüge! Um die Voliere säubern zu können brachten wir Furchi für kurze Zeit ins Haus. Da beim Herausnehmen und Wiedereinsetzen von Furchi in die Voliere keine Turmfalken zu sehen waren konnte er die Gelegenheit nutzen um zweimal für ein paar Minuten seine Freiheit zu genießen. Nach kurzen Besuchen auf Eichen und Wildrosen flog Furchi aber recht schnell wieder zurück auf meine Hand. Ein kleiner Anfang ist gemacht, den wir in den nächsten Tagen wiederholen und erweitern werden.
Den kurzen Aufenthalt im Haus nutzte Furchi für seine Lieblingsbeschäftigungen: Naschen, sich putzen und mir meine letzten grauen Haare ausreißen. 😉

26.07.17:
Heute ist Furchi eine knappe Stunde geflogen. Er genoss es sichtlich unsere beiden großen Eichen mit lauten Tschilp-Rufen und wippendem Schwänzchen zu erkunden. Als er sich zwischendurch in etwa 10 Metern Höhe in den obersten Kronen der Bäume aufhielt wurde uns ganz schön flau im Magen. In dieser ungeschützten Position wäre er für Greifvögel wahrscheinlich eine leichte Beute gewesen. Die Turmfalken halten sich zwar mittlerweile nicht mehr ständig bei uns auf, sie fliegen aber weiterhin ihre Patroullien. Wir hoffen sehr, dass Furchi schnell lernt sich vor seinen Fressfeinden in Acht zu nehmen. Nach ca. 55 Minuten flog Furchi auf meine ausgestreckte Hand zurück.
Spatzen baden gerne. Im Wasser oder auch in trockener und sandiger Erde. Die vermutlich letzte Indoor-Videosequenz von Furchi zeigt, dass auch ein Teppichboden durchaus seine Reize hat...

27.07.17:
Furchi ist heute mehrere Stunden geflogen und dabei ist etwas sehr schönes passiert: Er hat sich zeitweise einer kleinen Spatzenkolonie angeschlossen, die ihn scheinbar gerne aufgenommen hat. In dieser Gruppe gab es mindestens zwei Jungvögel etwa im Alter von Furchi. Allerdings waren sie schon kräftiger und selbstständiger. Unser kleiner Spatz flog direkt zur Spatzenmama und bettelte sie an. Wenig später fütterte sie ihre Jungen und wenn ich recht gesehen habe hat auch Furchi einen Kropf voll abbekommen.

28.07.17:
Am frühen Morgen flog Furchi gleich wieder zur Spatzengruppe. Da sie sich mit Furchi allmählich immer weiter entfernte hatten wir Zweifel ob wir ihn noch einmal wiedersehen würden. Doch nach drei Stunden kam Furchi hungrig zurück. Wahrscheinlich konnte er dann doch nicht mithalten. Trotzdem genoss er noch den ganzen Tag über seine Freiheit mit kurzen Pausen in meiner Nähe.

29.07.17:
Furchi war heute 4 Stunden verschwunden. Er hatte sich wieder einigen seiner Artgenossen angeschlossen. Doch dann war er plötzlich wieder da, hungrig, aber erstaunlich fit. Furchis wilde Seite scheint sich nun immer mehr durchzusetzen. Zwischendurch ist er aber auch noch unglaublich anhänglich, was auf dem Foto sehr schön zu sehen ist.

30.07.17:
Heute Morgen konnte es Furchi kaum erwarten die Voliere verlassen zu dürfen. Nach dem Öffnen des Türchens besuchte Furchi noch kurz meinen Nacken und danach ging es sofort ab in Richtung seiner bereits in den benachbarten Sträuchern rufenden neuen Freunde. Ob er auch heute wieder zurückkommen wird?

31.07.17:
Nach über 5 Stunden tauchte Furchi gestern wieder auf, laut rufend und mit "Bettelflügeln". 😊


01.08.17:
Das hat sich unser kleiner Furchi wirklich fein ausgedacht: Legt er doch die Endphase seiner Auswilderung genau in die Zeit meines Sommerurlaubs. Da er noch in der Voliere schläft, aber bereits ab 6:30 Uhr zu seinen Artgenossen fliegen möchte, kann sein Ziehvater ausschlafen erst einmal vergessen. Natürlich könnte ich die Voliere nachts auch offen stehen lassen, doch dann wäre Furchi nachtaktiven Räubern hilflos ausgeliefert. Also doch besser Türchen abends schließen und morgens zeitig aufstehen. Wenn sich beim Ausfliegen nach einigen Stunden der Hunger meldet schaut Furchi tagsüber mehrmals bei uns vorbei und bettelt um abwechslungsreiches Futter, ein erfrischendes Bad und eine Kuschelrunde zum Ausruhen.
Fazit: Unser süßer kleiner Kerl bestimmt auch weiterhin unseren Tagesablauf.


02.08.17:
Nach dem Baden ist ein Mittagsschläfchen angesagt...
03.08.17:
Furchi ist ein richtiger Streuner geworden. Heute hat er uns den ganzen Tag über nur ein einziges Mal besucht. Zu gerne würden wir wissen wo und mit wem er sich "rumtreibt". Zum Schlafen kommt er aber jeden Abend noch pünktlich gegen 20 Uhr nach Hause. 😉
04.08.17:
Gerade hatte ich Furchi noch gelobt - und schon kam Furchi heute Abend zum ersten Mal nicht zurück. Da er mich aber vorher noch gegen 18 Uhr besucht hatte geht es ihm hoffentlich gut und er verbringt einfach nur die erste Nacht mit seinen Artgenossen.

05.08.17:
Als nach Sonnenaufgang von unserem kleinen Streuner nichts zu hören und nichts zu sehen war machte ich mir große Sorgen um Furchi. Doch gegen 8:45 Uhr hörte ich endlich eine vertraute Vogelstimme in unseren Schlehenhecken - und schon kam unser süßer kleiner Piepmatz angeflogen. Er hatte tatsächlich wohlbehalten "auswärts" übernachtet. Und nun knurrte sein kleiner Vogelmagen. Geschälte Sonnenblumenkerne, geriebene Nüsse, Hirse, Vogelmiere und Buffalowürmchen - nach der ersten Nacht in Freiheit schmeckte alles gut!
06.08.17:
Furchi braucht keine Voliere mehr, höchstens noch um an die in der Voliere befindlichen Leckereien zu kommen. Abgesehen von seiner Vertrautheit zu mir und meiner Frau ist er ein richtiger Wildvogel geworden. Wir staunen wie aufmerksam er sich inzwischen verhält, wie intensiv er auf Warnrufe anderer Vögel reagiert und wie geschickt und wendig er fliegen kann.



07.08.17:
Unser kleiner Furchi hat es geschafft! Nach seinem Sturz aus dem Nest hat er eine schier hoffnungslose Lage gemeistert. Er kommt nun weitgehend alleine zurecht und kann mit seinen Artgenossen die Freiheit genießen. Nichtsdestotrotz werden wir natürlich auch weiterhin für ihn da sein und uns über jeden seiner momentan noch zahlreichen Besuche freuen.
Wir wünschen unserem Furchi ein langes und glückliches Spatzenleben! 💗

20.08.17:
Furchi besucht uns noch immer mehrmals täglich. Seinen ersten Besuch stattet er uns regelmäßig bereits früh morgens gegen 7 Uhr ab. Meistens kommt unser kleiner Freund sofort angeflogen, wenn ich die Türe zur Terrasse öffne. Zum Frühstück mag Furchi neben Körnerfutter am liebsten Buffalos und ein Stückchen Traube. Über den Tag verteilt schaut Furchi dann noch des Öftern vorbei. Während der Bettelphase hatte Furchi immer mit einem ihm eigenen "Tschilp" geantwortet wenn er in der Nähe war und wir ihn riefen. Doch nun antwortet der kleine Schlawiner nur noch wenn er hungrig ist. Zusammen mit Furchi tauchen fast immer auch unsere zutraulichen Blaumeisen auf. Neben "Strubbelinchen" und "Kleiner Held" kommt inzwischen eine dritte Blaumeise zum Naschen auf meine Hand. Zu guter Letzt gibt es auch noch "Nesthäkchen". Eine äußerst süße junge Kohlmeise, die irgendwann einmal auftauchte, über Nacht zahm wurde und seitdem nicht mehr wegzudenken ist. Bisweilen nimmt das Geschehen um Furchi fast schon märchenhafte Züge an!

09.09.17:
Diese große Zecke hatte sich vor ein paar Tagen an Furchi's Hinterkopf festgebissen. Da Zecken gefährliche Blut- und Energieräuber sind entschieden wir uns nach reiflicher Überlegung Furchi von seinem lästigen Schmarotzer zu befreien. Leicht fiel uns diese Entscheidung nicht, denn schließlich mussten wir Furchi fangen und ihn beim Entfernen der Zecke mit einer Pinzette ziemlich festhalten. Doch Furchi war sehr tapfer und ließ die Prozedur erstaunlich entspannt über sich ergehen. Man könnte glauben er hätte gespürt, dass wir es nur gut mit ihm meinten. Nachdem die Zecke gezogen war schüttelte sich Furchi kurz und zeigte zu unserer Erleichterung sofort wieder Interesse an gehackten Nüssen und Buffalowürmchen. Als ob nichts gewesen wäre besuchte er anschließend noch meinen Nacken um mit meinen Haaren zu spielen. Später verabschiedete er sich mit einem lauten "Tschilp" und flog freudig zu seinen bereits in unseren Schlehen wartenden Artgenossen.

21.09.17:
Bevor wir Furchi's Zecke entdeckten hatte er knapp zwei Wochen lang leichte Probleme mit seinem rechten Auge. Zeitweise blinzelte er oder er kniff das Auge zusammen. Als die Beschwerden auch auf sein linkes Auge übersprangen verabreichten wir ihm ein paar Tage lang Floxal-Augentropfen. Ob die Zecke für das Augenkneifen verantwortlich war können wir nicht sagen. Jedenfalls geht es Furchi jetzt wieder richtig gut, seine Augen sind wieder weit geöffnet und klar.
Mmh, ist das lecker! Wie man in der kleinen Videosequenz sehen kann liebt Furchi Kolbenhirse. Am liebsten täglich! Auch Weintrauben und Buffalowürmchen stehen bei ihm hoch im Kurs. Für diese Leckereien und ein intensives Vogelbad kommt Furchi weiterhin täglich vorbei. Auch auf seine Kuscheleinheiten möchte er nicht verzichten, auch wenn er sie nicht mehr ganz so häufig einfordert wie früher. Inzwischen ist Furchi ein erwachsener Vogelmann geworden, was man an seiner schwarzen Kehle und seinem immer dunkler werdenden Brustlatz deutlich erkennen kann.


10.10.17:
Alle Meisen scheinen "Furchi" zu heißen. Denn wenn wir unseren frechen Spatz rufen oder nach ihm pfeifen erscheinen immer mehr von den süßen kleinen Federknäueln. Viele von ihnen sind unglaublich zutraulich und frech geworden. Da ihnen die Aufnahme zu lange dauerte sind die Blaumeisen gleich mehrmals aufs Handy geflogen. Man kann es hören. Meistens betteln sie so lange bis sie am Ende doch wieder ein paar Nussstückchen abbekommen haben.
Und was macht Furchi? Es geht ihm sehr gut! Unser kleiner Streuner ist noch ein Stückchen wilder geworden. Er ist fast immer mit seiner Spatzengruppe unterwegs. Nur wenn er uns einen Besuch abstattet verlässt er sie für ein paar Minuten um anschließend schnell wieder zu seinen Artgenossen zurückzukehren.

22.10.17:
Heute ohne viele Worte Neues von unserer süßen kleinen Flugmaus! 😉
08.11.17:
Furchi ist uns weiterhin treu. Er zeigt sich sogar wieder öfter. Wenn ich mich länger im Garten aufhalte besucht er mich bis zu fünf oder sechs mal am Tag. Meistens kommt er zum Naschen, gelegentlich schaut er aber auch nur vorbei um "Hallo" zu sagen oder um zu baden. Als es am vorletzten Sonntag sehr stürmisch und nass war hatte es sich unser frecher Spatz wie in seinen besten Kindertagen über eine halbe Stunde in meinem Nacken bequem gemacht. Und sein Ziehvater stand in der Kälte und hatte gefroren! 😉
In seiner Spatzengruppe ist Furchi dagegen nicht mehr von seinen Artgenossen zu unterscheiden. Sowohl optisch als auch verhaltenstechnisch hat sich Furchi zu 100 Prozent angepasst.